Mit und ohne Fuchsexponat im Arm – Straßenbahnen lassen Fahrgast stehen

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(VR) Müde aber zufrieden nach getaner Arbeit, wollte die Lernort Natur-Mitarbeiterin und Jägerin Marilena Wittmaack am Abend des 5. Mai von Nußloch mit der Bahn nach Hause fahren, aber dann erlebte sie den öffentlichen RNV-Nahverkehr wie im Slapstick.
Zwei Tage lang hatte sie auf dem in Nußloch stattfindenden Mittelaltermarkt auf dem Informationsstand von „Lernort Natur“ den Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen gezeigt, was es in der heimischen Natur, in Wald und Feld, spannendes zu entdecken gibt. Lernort Natur ist eine Initiative der Heidelberger Jägervereinigung, die jetzt seit nunmehr neun Jahren Natur- und Umweltbildung für Kindergärten und Schulen anbietet (www.lernort-natur.de). „Mit unseren ausgewählten Exponaten und den spaßigen Mitmachaktionen,“ so Marilena Wittmaack,“ wollen wir alle Sinne ansprechen, um somit mehr Wissen, Verständnis und auch Rücksichtnahme für unsere heimische Natur und Tierwelt zu vermitteln. Ein besonderer Hingucker ist unser Fuchsexponat: ein weich und lebensecht präparierter Rotfuchs, mit dem man sogar kuscheln kann“. Bei den Kindern ist er deshalb der Renner, weil man ihn in den Arm nehmen und Fotos machen darf.
Mit eben diesem Fuchs im Arm, machte sich Marilena Wittmaack dann am Sonntagabend gegen 19.00 Uhr auf den Heimweg nach Heidelberg. An der Haltestelle Markscheide in Rohrbach wollte Marilena Wittmaack in die Bahn einsteigen, doch jetzt machte sie eine Erfahrung, die sie vorher noch nicht erlebt hatte. Der Bahnfahrer hatte sie beim Einfahren stehen sehen und beschloss: Füchse dürfen keine Bahn fahren! Natürlich wollte die junge Frau das so nicht akzeptieren. Jedoch der Hinweis, dass es sich, wie man leicht sehen konnte, nicht um einen lebendigen Fuchs handele, änderte nichts: die Bahn fuhr ab. Marilena wurde stehen gelassen. Daraufhin hinterlegte sie das wertvolle Fuchsexponat bei einem Kollegen, der zufällig in der Nähe wohnt, denn sie wollte doch nach Hause kommen. Aber nun wurde es kurios, auch die nächste Bahn verwehrte ihr den Einlass und die Mitfahrt. Der vorherige Bahnfahrer hatte die nachfolgende Bahn bereits angefunkt und informiert: Achtung! Frau mit Fuchs im Arm. Nicht mitfahren lassen! Auch der Versuch der Klarstellung, dass der Fuchs nunmehr weder lebendig noch dabei sei, änderte nichts. Die zweite Bahn verweigerte das Beförderungsgebot und ließ Marilena gleichfalls stehen. Daraufhin lief sie dann entnervt und ratlos zur nächsten Haltestelle und die darauffolgende Bahn hatte „Erbarmen“ und nahm sie schließlich mit. 
Der Pressesprecher der Heidelberger Jägervereinigung, Volker Rutkowski, wollte nun wissen, weshalb seine Kollegin zweimal von einer Bahn stehengelassen wurde. Auf den Vorfall angesprochen, antwortete das Beschwerdemanagement der RNV: „Natürlich erwarten wir als Ihr Dienstleister des öffentlichen Personennahverkehrs von unseren Mitarbeitern kundenorientiertes und korrektes Verhalten beim Ausüben ihres Dienstes. Damit sich solche Fälle nicht wiederholen, werden wir mit dem betreffenden Fahrer ein Gespräch führen, in dem wir nochmals auf ein kunden- und serviceorientiertes Verhalten hinweisen werden.“ Man kann nur hoffen, dass das wirklich geschieht und die Stellungnahme der RNV keine standardisierte Floskel ist. Sonst müssen etwa Kinder mit einem größeren Tierimitat oder gar einem Teddybär im Arm damit rechnen, dass manche Fahrer der RNV entscheiden: diese Tiere und ihre Halter dürfen keine Bahn fahren.