Nach langer Ausbildung darf jetzt gejagt werden

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Der diesjährige Kurs zur Jägerausbildung bei der Heidelberger Jägervereinigung (HDJV) hat mit sehr guten Ergebnissen und dem Jägerschlag abgeschlossen.

(VR) Endlich vorbei oder der Stress hat ein glückliches Ende, so drückten einige Jungjäger ihre Erleichterung aus. Nach acht Monaten des permanenten Unterrichtes mit über 150 Theorie-, und bis zu 80 Praxisstunden, wurden 25 von 28 Anwärtern zum Jäger geschlagen. Die drei verbliebenen können in Kürze ihre zweite Chance nutzen. Beim Festakt, dem Jägerschlag, im neben der Jagdschule liegenden Restaurant S-Kastanie, feierte Kreisjägermeister Ralph Steffen mit seinem Team und den Jungjägern gemeinsam mit den Angehörigen dieses besondere Ereignis. Die musikalische Begrüßung und stimmungsvolle Begleitung während der Feier übernahmen die Jagdhornbläser und Jagdhornbläserinnen des Hegerings 3 in der HDJV, unter der Leitung von Mathias Greulich.

„Mit dem Schritt ins aktive Jägerleben ist das Lernen aber lange nicht beendet. Es ist wie beim Autofahren, erst in der Praxis lernt man dazu und sich richtig zu verhalten,“ so Kreisjägermeister Ralph Steffen. „Gerade jetzt, in der aktuellen Situation muss man beim Thema Waldumbau auf dem Laufenden bleiben, man muss die Veränderungen im Waffengesetz und im Jagdrecht verfolgen. Wer nur emotionslos den „Finger krumm“ macht und sich um nichts kümmert, ist schlecht beraten.“ Wichtig war es dem Kreisjägermeister darauf hinzuweisen, dass es nun noch einige Möglichkeiten gibt, sich weiterhin in der HDJV zu engagieren. Er verwies auf die sieben Hegeringe in der Heidelberger Jägervereinigung, den Lernort Natur oder die Rehkitzrettung.

Sein besonderer Dank galt neben seinem Team den Referenten und den Prüfern, denn die dreiteilige Jagdprüfung, bestehend aus Schießprüfung mit Kontrolle der Waffenhandhabung, der mündlich praktischen Prüfung sowie der theoretischen Prüfung muss von Seiten der Referenten gut vorbereitet und von Seiten der Prüfer akkurat durchgeführt werden.

Mit einer Erfolgsquote von knapp 90 Prozent (über dem Landesdurchschnitt) konnte Jagdschulleiter Frank Seul mehr als zufrieden sein. Er lobte die Bereitschaft sich in den zum Teil schwierigen und komplexen Stoff hineinzuknien, man spricht nicht ohne Grund vom Grünen Abitur, aber auch die Fähigkeit sich zusammenzufinden und Lerngruppen zu bilden. „Das hilft“, so Seul, „sich von nun an gut in die Jagdgemeinschaft einzubringen.“ Nicht unerwähnt ließ der Ausbildungsleiter auch die drei großen Privilegien, über welche die Jungjäger nun verfügen: das Recht auf Waffenbesitz, die Befugnis Tiere zu erlegen und das erlegte Wildbret in den Verkehr zu bringen.

Für den Leiter der Schießausbildung, Jürgen Köppl, war es ein Vergnügen die Jungjäger jetzt von der „Leine“ zu lassen. Mit den Leistungen beim sonntäglichen Schießtraining war er mehr als zufrieden. „Ich empfehle weiterhin im Training zu bleiben“, so Köppl,“ wer einen sicheren Schuss abgeben will, muss das immer wieder üben.“

Ralph Steffen, seine Stellvertreterin Anthia Mode und Schulleiter Frank Seul eröffneten nun die mit Spannung erwartete Zeremonie, in dem 22 Jagdschüler und 3 Jagdschülerinnen zum Jäger geschlagen wurden. Mit den Worten: „Der erste Schlag soll Dich zum Jäger weih´n, der zweite Schlag soll Dir die Kraft verleih´n, zu üben stets das Rechte, der dritte Schlag soll Dich verpflichten, nie auf die Jägerehre zu verzichten“, ist man zwar zum Jäger geschlagen, hat aber drei Jahre lang den Status eines Jungjägers oder einer Jungjägerin, egal wie alt man ist. 

Stellvertretend für die Gruppe setzten die Jungjäger Jörg Minge und Ralf Keilbach den Endpunkt. Sie nahmen sich locker und humorvoll jedem der an ihrer Ausbildung Beteiligten an und zeigten mit kleinen Geschenken ihre Dankbarkeit an und sorgten für jede Menge guter Laune. 

Der nächste Vorbereitungskurs der HDJV zur Jägerprüfung 2025/26 findet am 12.9.25 in der Jagdschule (Elisabethenweg 1) statt. Wer Interesse an der Jagdausbildung hat und mehr über die Inhalte wissen will, sollte vorbeikommen, egal wie alt er ist. Es können bis zu 30 neue Jagdschüler aufgenommen werden. Die HDJV bietet über 150 Theoriestunden an sowie viele Praxiseinheiten in der Gruppe.