(Text und Foto: Dr. Andreas Wiese) Am 07.03.2026 fand die alljährliche Hegeschau der Vereinigung der Rotwildjäger im Odenwald in der Stadthalle von Eberbach vor ca. 220 Gästen statt. Insgesamt wurden 128 Trophäen erfasst und bewertet. Mit dieser Vorlage wurde der behördlich angeordnete Nachweis über die Erlegung zu 97,1% erbracht. In diesem Jahr wurden 836 Stück Rotwild für die Bejagung freigeben, im Vorjahr waren es 852. Erlegt wurden 632 Stück (598 Stück in 2024/25), was einer akzeptablen Abschusserfüllung von 75,6 % entspricht. Im Vorjahr lag die Erfüllungsquote bei 70%. Beim Kahlwild (weibliches Wild und männliche Kälber) lag die Erfüllungsquote bei guten 80,7% (71% im Vorjahr) und bei den Hirschen bei sehr schlechten 61,4% (68,0% in 2024/25).
Bezogen auf die drei Bundesländer lag die Erfüllung in Hessen bei 82,3% (65,6%), in Baden-Württemberg bei 69,6% (73,1%) in Bayern bei 63,3% (83,2%). Mit dem silbernen Bruch für den stärksten Hirsch vom 12. Kopf und älter, wurde ein ungerader 12-ender aus dem Revier EJR Schlossau-Kailbach mit 166,93 CIC Punkten ausgezeichnet. Die Goldmedaille erhielt ein ungerader 22-ender vom 11. Kopf mit 219,14 CIC Punkten aus dem Revier Eberbach I. Dieser Hirsch ist der bisher stärkste im Odenwald erlegte Hirsch. Die Bronzemedaille ging an das Revier Heddesbach-West, dort wurde ein alter zurückgesetzter Hirsch vom +14. Kopf erlegt. Insgesamt war die Anzahl der Hirsche vom 10. Kopf und älter mit 5 Stück deutlich geringer als im Vorjahr, wo es 13 Hirsche waren.
Anläßlich der Hegeschau wurde Herrn Walter durch die stellvertretende Bezirksjägermeisterin Frau Barbara Meyer-Böhringer die silberne Verdienstnadel des LJV Baden-Württemberg für sein großes Engagement für das Rotwild und die Jagd verliehen.
Höhepunkt der Veranstaltung war der Vortrag von Jörg Ziegler vom Ministerium für Ernährung, Ländlicher Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg, Leiter des Referates Wildtiermanagement und Jagd. Herr Ziegler erläuterte die neuen jagdlichen Vorgaben für das Rotwildmanagement in B-W, nach denen Hirsche außerhalb der Rotwildgebiete seit dem 21. Januar 2026 nicht mehr bejagt werden dürfen - bisher galt ein Abschussgebot (-pflicht). Mit dieser Maßnahme will das Land den genetischen Austausch zwischen den Rotwildgebieten fördern, um der genetischen Verarmung beim Rotwild in Baden-Württemberg entgegen zu wirken. Unter großen Applaus begrüßte die Jägerschaft diesen von der Wissenschaft und den jagdlichen Organisationen seit langem geforderten Schritt.
