HDJV Hauptversammlung 2026

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Wichtige Informationen und ein besonderer Beschluss prägten die diesjährige Veranstaltung

(VR) Die Mühlbachhalle in Dossenheim war Treffpunkt von genau 100 Jägerinnen und Jäger zur HDJV Hauptversammlung. Die Organisation dieser jährlich stattfindenden Pflichtveranstaltung übernahm dieses Mal der HRL des Hegering 1, Dr. Alexander Thon, mit seinen Helfern.

In seiner Begrüßungsansprache setzte Kreisjägermeister Ralph Steffen die Themenschwerpunkte der Veranstaltung: wie steht es um den Wolf, den Biber, die Saatkrähe, die ASP und wie entscheidet die Versammlung über die heikle Frage der Mitglieds-Beitragserhöhung. Doch zunächst hatte der jagdinteressierte Bürgermeister von Dossenheim, David Faulhaber, die Gelegenheit, die Jägerinnen und Jäger in seiner Gemeinde zu begrüßen. Das Thema ASP und die Umsetzung von Entscheidungen bekomme er hautnah mit, ebenso seien Finanzthemen sein tägliches Brot.  

Für KJM Ralph Steffen sind einige aktuell von Ministerien getroffene Entscheidungen unverständlich. Steffen: „Die Biberverordnung des Umweltministeriums ist in der Praxis nicht tauglich. Hier gibt es rechtlich noch sehr viel Klärungsbedarf. Außerdem, der Biber gehört ins JWMG (Jagd- und Wildtier Management Gesetz, BaWü). Auch die aktuelle Allgemeinverfügung zur Jagdzeit der Saatkrähe während der Brut- und Setzzeit ist nicht zu verstehen.“ Gut wäre jetzt jedoch die Aufnahme des Wolfes in das JWMG und Bundesjagdgesetz. Damit ist die Entnahme von Problemwölfen erlaubt. Bei der ASP sei man gespannt, ob im Oktober, wenn zwischenzeitlich keine neuen Fälle auftreten, die Sperrzonen aufgehoben werden können.

Speziell aus dem Umfeld der HDJV berichtete der Kreisjägermeister von rückläufigem Interesse am Jagdschein. Dem müsse man mit Maßnahmen, z.B. mit mehr Öffentlichkeitsarbeit, begegnen. Derzeit stehen 18 Teilnehmer vor der Prüfung. Der Schießstand in Pleutersbach sei gut besucht. Der alte Pachtvertrag wird derzeit erneuert, so dass sich hier fast nichts ändert. Der Schießstand von 1490 in der Jagdschule ist nun in die Jahre gekommen und leider, durch starken Gebrauch, sehr anfällig und problembehaftet. In einer detaillierten Übersicht stellte Ralph Steffen dann die Arbeit der HRL in den sieben Hegeringen vor. Auffällig war, überall wurden die Aktivitäten in der Verbandsarbeit gesteigert.

Gewohnt gut aufbereitet war der Rechenschaftsbericht von Schatzmeister Hans-Peter Klee. Er berichtete über die finanzielle Lage des Vereins per 31.12.25. Im Ergebnis schnitt die HDJV in 2025 schlechter ab, als 2024. Als Gründe nannte der Schatzmeister: Ausgaben für die Führung der Geschäftsstelle, Wartungskosten für den Schießstand, gestiegene Kosten für die Jagdschule, geringere Einnahmen durch niedrigere Schülerzahl, Rückstellungen für Jahresabschlüsse für das Finanzamt.  (Von den Kassenprüfern Jörg Zimmermann und Hermann Breitbach wurde die hundertprozentige Stimmigkeit der Belege und Buchungen bestätigt). Desweiteren berichtete der Schatzmeister über die zahlenmäßige Entwicklung in der HDJV: 2025 betrug die Mitgliederzahl 1144 Personen, 8,8 %, also 130 davon, sind weiblich und das Durchschnittsalter der Mitglieder beträgt 54,5 Jahre. Abschließend riet Hans-Peter Klee, der, im Vorjahr schon angekündigten, Beitragserhöhung des Landesjagdverbandes von 15.- € p.a. ab 1.1.27 zuzustimmen, also dann 125.- €. Seit 9 Jahren war der Mitgliedsbeitrag konstant, aber bei steigenden Kosten komme auch der LJV nicht umhin, zu erhöhen. Einen Ausgleich der Summe, statt eine Erhöhung, über das HDJV Bestandsguthaben zu tätigen, hält er für keine gute Idee. Bei größeren Reparaturen an den Schießanlagen könne man schnell finanziell in Bedrängnis geraten.

Auf Einladung des Kreisjägermeisters war zum ersten Mal als Gast und Grußwortredner Hauptgeschäftsführer und Landschaftsökologe Rene´Greiner, als Repräsentant des Landesjagdverbandes, dabei. Für ihn eine gute Gelegenheit, Stellung zu beziehen und den Anwesenden einen Überblick über das Leistungsspektrum des LJV, vor dem Hintergrund gestiegener Herausforderungen, zu geben. Rene´ Greiner: „Es geht um die Frage, ob und wie wir auch in Zukunft jagen wollen. Dafür braucht es eine organisierte Jägerschaft und eine Stimme für Jagd, Wild und seine Lebensräume. Auf Kreis-, Landes- und Bundesebene.“ Der LJV ist anerkannter Naturschutzverband und Dachverband für 57 Kreisvereine sowie 11 außerordentliche Mitglieder. Aktuell zählt man 37.000 Jägerinnen und Jäger als Mitglieder. Zu seinen Aufgaben, berichtete der Hauptgeschäftsführer, gehört zunächst der Service für die Kreisvereine. „Wir beraten,“ so Greiner, „ermöglichen gute Versicherungen (u.a. Jagd- und Unfallversicherung, Hundeversicherung), und wir verschaffen Zugang zu Fördermöglichkeiten (Lernort Natur, Hundewesen, Fallenförderung, Artenschutzprogramme).“ Dazu sei man Interessenvertretung für Jagd, Wild und Lebensräume, und das in Richtung Politik, Verwaltung, andere Verbände und gegenüber der Bevölkerung. „Das muss man personell auch stemmen können“, so Greiner, „und finanzieren, zumal ein Teil des Beitrags an den DJV abgeführt wird.“ Deshalb sei eine Beitragserhöhung unumgänglich. Um deutlich zu machen, welche Etats auf Bundesebene z.B. beim Deutschen Jagdverband und vergleichsweise dem NABU bestehen, nannte er einige Zahlen. Greiner: „Beim NABU ist ein Etat von 19,1 Mio.€ angesetzt, für Umweltbildung und Information, mit 200 Beschäftigten. Beim DJV sind es 1,13 Mio. für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, bei 20 Beschäftigten.“

Nach einer kurzen, aber kritisch geführten Diskussion konnte der Kreisjägermeister in der anschließenden Beschlussfassung zur Beitragserhöhung eine Mehrheit zur Erhöhung feststellen, bei 4 Enthaltungen und einer Gegenstimme. 

Zu den Regularien gehört neben der Totenehrung auch der Punkt Ehrungen. Die Versammlung gedachte der seit der letzten Hauptversammlung verstorbenen Mitglieder. Dazu bliesen die Jagdhornbläserinnen und Jagdhornbläser des Hegering 3, unter der Leitung von Mathias Greulich, „Jagd Vorbei / Halali“. KJM Ralph Steffen ehrte die Mitglieder, die seit 25, 40, 50 oder 60 Jahren der HDJV angehören sowie zwei Personen für besondere Verdienste: Wolfgang Winkler und Dr. Werner Niklas. Sie wurden ausgezeichnet für 25 Jahre Vorsitz der Prüfungskommission (Winkler) bzw. 25-jährige Ausbildertätigkeit (Niklas).

 

Fotos: Volker Rutkowski, Ralf Schiemann